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Was ist ein Wildstyle? Unterwegs in Berlin

Unterwegs in Berlin erkläre ich dir ganz bodenständig, was einen Wildstyle eigentlich ausmacht und woran du ihn erkennst. Perfekt, um den Style zu verstehen, bevor du ihn selbst probierst.

Das erklärt dir Open Mike im Video

Was geht, Leute, hier ist Open Mike, dein Graffiti Coach, angekommen am Mauerpark in Berlin. Ich habe noch ein Graffiti-Magazin aus Berlin besorgt, in dem ein paar wunderschöne Wildstyles drin sind. Das ist so ein bisschen der Abschluss unserer Reihe vom Blockbuster zum Wildstyle, angefangen in Hamburg, über Stuttgart und Heidelberg, bis hierher nach Berlin. An dieser Stelle erzähle ich euch etwas zum Thema Wildstyle.

Im Magazin sind verschiedenste Style-Typen drin. Ein Berliner Style ist für mich ein Übergang vom Semi-Wildstyle zum Wildstyle. Man kann die Buchstaben bei genauem Hinsehen noch schön lesen, sie liegen sauber nebeneinander. Was den Unterschied ausmacht: Überall sind kleine Elemente herausgezogen, da geht etwas herum, dort wird etwas rausgezogen, das R läuft runter, das L geht unten durch zum N. Das Ganze ist einfach wilder aufgebaut, obwohl es noch lesbar ist.

Genau darauf kommt es beim Wildstyle an: Wer ein bisschen Ahnung von Typografie hat, kann ihn lesen. Jemand, der mit Graffiti nichts zu tun hat, wird Schwierigkeiten haben, aber ein Writer liest es und sieht trotzdem, dass das Ding krass ausgearbeitet ist. In einem zweiten Beispiel sieht man dieselben zackigen Elemente, die durch die Buchstaben brechen und sich ineinander verschlingen, ein Element kommt runter, geht zum R, das nächste läuft ins L, und doch ist alles auf lesbaren Buchstaben aufgebaut.

Ein drittes Beispiel zeigt Buchstaben, die sehr kompakt aneinanderliegen und trotzdem luftig wirken. Die Elemente haben hier fast Flügelcharakter, laufen vom R nach links und rechts aus, das L kreuzt das R, eine wilde Geschichte, daher der Name Wildstyle. Aber, und das ist der Punkt: alles deutlich lesbar und erkennbar. Geht nicht einfach her, verschlingt planlos Balken und zieht überall Pfeile raus, nur um irgendwie wild zu wirken. Das kommt nicht cool.

Genau deshalb gibt es bei mir, dem Graffiti Coach, dieses System, in dem ich Step by Step erkläre, wie ihr euch entwickelt und durch die verschiedenen Levels geht. Irgendwann könnt ihr so ein aufwendiges Ding malen, vielleicht merkt ihr aber auch unterwegs, dass euer Style eher der Semi-Wildstyle oder der Simple Style ist, das bleibt jedem selbst überlassen. Fangt nur bitte keinen Wildstyle an, bevor ihr die Grundlagen verstanden habt. Erfahrene Writer sehen das sofort. Im nächsten Video greife ich genau dieses Thema auf und zeige euch, wie ich live am Mauerpark einen Wildstyle aufbaue. Viel Spaß dabei.

Das lernst du in diesem Video

  • →Was einen Wildstyle ausmacht und wie er sich vom Semi-Wildstyle abgrenzt
  • →Warum ein guter Wildstyle trotz aller Wildheit lesbar bleibt
  • →Wie herausgezogene Elemente und Connections den Style aufbauen
  • →Warum planloses Verschlingen und wahlloses Pfeile-Ziehen nicht funktioniert
  • →Warum du erst die Grundlagen beherrschen solltest, bevor du einen Wildstyle angehst
  • →Wie das Step-by-Step-System dich von den Basics bis zum Wildstyle führt
Zusätzliche Tipps & Übungen
  1. Suche dir online oder in Büchern drei Wildstyle-Pieces und benenne die Elemente, die sie ausmachen
  2. Versuche, einen vorhandenen Wildstyle Buchstabe für Buchstabe zu entziffern, um den Aufbau zu verstehen
  3. Skizziere einen einzelnen Buchstaben einmal simpel und einmal im Wildstyle und vergleiche den Unterschied
Auf YouTube ansehen ↗ Strukturiert lernen im Kurs

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