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Ju­gend­haus Hausen, Teil 2: der Party-Raum an der Wand

Jugendhaus Hausen, Teil 2: der Party-Raum an der Wand

Vom Innenraum nach draußen

Nach dem ersten Teil – dem Graffiti-Workshop im Haus ging es am Kinder- und Jugendhaus Hausen in Stuttgart in die zweite Runde: raus an die Fassade. Die Gruppe griff die Farben und den Stil des ersten Murals auf und zog sie über die komplette Gebäude-Ecke – auf der einen Seite ein goldener »HAUSEN«-Schriftzug auf lila Stern, auf der anderen eine große Comic-Szene.

Der Party-Raum wird sichtbar

Das Konzept dahinter hat die Gruppe selbst entwickelt – und es ist richtig clever: Der Beton-Würfel beherbergt im Inneren einen Disco- und Party-Raum. Genau den haben wir nach außen geholt, im Comic-Stil, als könnte man durch die Wand direkt hineinschauen. Ein DJ mit Kopfhörern an den Turntables, dicke Boxen, Scheinwerfer und Notenspuren erzählen die Party. Darunter sorgen Sand, Wasser und ein kleiner Seestern für Strand-Feeling. Innen und außen, Party und Urlaub – alles auf einer Wand.

Comic-Party-Szene der Fassade am Jugendhaus Hausen: DJ-Figur, Boxen, Scheinwerfer, Deutschland- und Polen-Flagge, Strand und Wasser.
Der Party-Raum, nach außen geholt: DJ, Boxen, Scheinwerfer – und Strand.

Ein Fenster in der Wand: die Kunst der Illusion

Eine Wand »durchsichtig« zu machen und den Blick in einen dahinterliegenden Raum zu öffnen – diese Idee ist uralt. Schon in der Antike bemalten Römer fensterlose Wände mit gemalten Ausblicken; in barocken Kirchen verwandelten Deckenmaler die Decke in einen offenen Himmel. Für solche Augentäuschungen gibt es einen eigenen Begriff: Trompe-l’œil, französisch für »täusche das Auge«.

Genau in dieser Tradition steht die Fassade am Jugendhaus Hausen – nur mit Sprühdose statt Pinsel und mit Comic statt Fresko. Statt eines gemalten Himmels öffnet sich hier der Blick in den Party-Raum des Betonwürfels. Dass eine Jugendgruppe ganz intuitiv zu einem jahrhundertealten Trick greift, zeigt, wie zeitlos die Lust am Illusionsspiel ist.

Deutsch-polnisch: Kunst als gemeinsame Sprache

Gestaltet wurde die Fassade gemeinsam von deutschen Kindern aus dem Jugendhaus und polnischen Kindern – ein deutsch-polnischer Austausch, sichtbar auch an den beiden Flaggen im Motiv. Beim Sprühen spielt es keine Rolle, wer welche Sprache spricht: Man skizziert, zeigt, probiert, lacht. Graffiti wird zur gemeinsamen Sprache – und am Ende steht ein Werk, an dem alle ihren Anteil sehen.

Graffiti für euer Jugendhaus?

Ob Workshop im Haus oder große Fassade an der Wand: Ein Graffiti-Projekt macht ein Jugendhaus sichtbar, stärkt die Gruppe und hinterlässt etwas, das bleibt. Open Mike bringt Konzept, Technik, Material und über 30 Jahre Szene-Erfahrung mit – in Stuttgart und deutschlandweit.

Ihr habt eine Wand, die mehr sein könnte? Dann kommt das Projekt zu euch.

Bilder aus dem Projekt

JugendhausWorkshopStuttgartUrban Art